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Lachende Kinder, weinende Popen: Wie Sozialarbeiter russischen Kindern eine deutsche Weihnacht bescheren

22.12.2015

Tannenduft, Kerzenschein und viel Wärme gibt es bei den Weihnachtsfesten des Zentrum „Perspektiwa“ in Moskau, das seit mittlerweile 17 Jahren sozial schwache Familien, Alleinerziehende, Kinder mit Behinderung und ältere Menschen unterstützt. Anne Hofinga, die Vorstandsvorsitzende des Zentrums, und gut ein Dutzend freiwillige Helfer versuchen, den Kindern mit dem Fest einen angenehmen Tag zu machen und dabei christliche Werte zu vermitteln. Höhepunkt ist dabei traditionell das Krippenspiel, welches man so in der Orthodoxen Kirche nicht finden kann.  

Anne Hofinga erzählt, wie es dazu kam: „Während meines Studiums in der Sowjetunion haben wir schon Krippenspiele aufgeführt. Natürlich mussten wir vorsichtig sein, denn es gab ein Religionsverbot. Und vor acht Jahren haben wir uns dann entschieden, so etwas auch in unserem Zentrum zu versuchen.“ Solche Krippenspiele seien neu in Russland, so Hofinga. Es hätten auch schon orthodoxe Popen vorbeigeschaut. „Am Anfang waren wir nervös, aber dafür hatten wir keinen Grund. Sie waren so berührt vom Spiel, dass sie geweint haben.“  

Etwa 45 Kinder im Alter von sieben bis zwölf Jahren, sind am Montag nach dem dritten Advent zum traditionellen Weihnachtsfest erschienen – darunter auch Kinder von Alleinerziehenden oder Kinder mit Behinderungen. Vor der Bescherung gab es für die Kleinen noch eine Bastelwerkstatt. „Wir wollen ein Geben und Nehmen vermitteln. Die Kinder machen etwas selbst und schenken es uns. Und im Gegenzug bekommen sie auch ein Geschenk von uns“, sagt Femida Selimowa, eine der Organisatorinnen der Weihnachtsfeier.  

Danach war es Zeit für das Krippenspiel. Freiwillige Helfer haben sich zwei Monate auf die Aufführungen vorbereitet und wollten den Kindern eine gute Show bieten. Es wurden keine Spezialeffekte benutzt – alles war echt: Tannenbäume, Live-Musik, Kerzenlicht. Das Stück erzählte die Geschichte der Geburt Jesu, der Text stammte aus der Bibel. Die Kinder schauten nicht nur zu, sie wurden auch ins Geschehen eingebunden. Jedes von ihnen durfte dem Jesuskind sein selbstgemachtes Geschenk in die Krippe legen und bekam dafür eine Rose – ein Geben und Nehmen, um dann wieder zu geben: „Meist schenken die Kinder die Rose ihrer Mutter. Die Kinder freuen sich, ihrer Mutter auch etwas Freude bereiten zu können“, so Selimowa.  

Im Anschluss wurden alle eingeladen, sich bei Tee, Süßigkeiten, Obst und Butterbroten zu stärken. „Jaaa! Ich wusste, dass es noch nicht vorbei ist!“, rief da ein kleiner Junge. Zum Schluss gab es auch noch ein anderes, das traditionelle russische Neujahrsgeschenk, gefüllt mit vielen verschiedenen Bonbons. Mit so viel Liebe und Aufmerksamkeit kann das Weihnachts- und Neujahrsfest gerne kommen. 

Jennifer Pahlke
Moskauer Deutsche Zeitung



 

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