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2008

 

Die 12. internationale wissenschaftliche Konferenz

„Ethnische Deutsche Russlands:

Das historische Phänomen eines „Volkes auf dem Weg“

Moskau, 17. - 20. September 2008

Obwohl die Internationale Assoziation der Forscher der Geschichte und Kultur der Russlanddeutschen (IAFGKRD) die praktische Komponente ihrer Tätigkeit verstärkt hat, widmet sie sich weiterhin intensiv der wissenschaftlichen Forschungsarbeit. Seit 2006 gehört zu ihren Forschungsbereichen das Phänomen der Russlanddeutschen, die als ein „Volk auf dem Weg“ bezeichnet werden. Es handelt sich darum, dass regionale Gruppen der Russlanddeutschen, die sich in Russland herausgebildet hatten (Wolgadeutsche, Deutsche aus dem Kaukasus oder von der Schwarzmeerküste usw.), sich als derart ethnobeständig erwiesen, dass sie selbst nach Verlust ihrer „kleinen Heimat“ und Assimilationen untereinander und zum Teil in anderssprachigen Umgebungen viele ethnosoziale und ethnopsychologische Besonderheiten ihrer regionalen Gruppen erhalten konnten.

Noch deutlicher kommt das im Falle der Russlanddeutschen, die Ende des 19.- Anfang des 20. Jahrhunderts aus Russland ausgewandert waren, zum Vorschein. Bis zum heutigen Tag wissen ihre Nachkommen, die auf allen Kontinenten – in Amerika, Afrika, Australien usw. – leben, dass sie Wolgadeutsche, Asowdeutsche oder Schwarzmeerdeutsche sind, sie bewahren und geben viele Traditionen und Mentalitätsbesonderheiten ihrer Vorfahren weiter von Generation zu Generation.

Daraus lässt sich also schließen, dass es möglich ist, die gemeinsame Geschichte der Russlanddeutschen, die in verschiedenen Teilen des Planeten leben, zu erforschen und festzuhalten und damit zur Wiederherstellung der vor langer Zeit zerrissenen Beziehungen zwischen Verwandten und Landsleuten beizutragen. Dies kann wiederum einen Beitrag zur Stärkung der internationalen Beziehungen und Kontakte und der gegenseitigen Verständigung leisten.

Die Erforschung verschiedener Gruppen der Russlanddeutschen, die sich infolge von transkontinentalen Wanderungen herausgebildet haben, erlaubt es, viele gemeinsame Merkmale zu erkennen, die all diese Gruppen zu einer geistigen Gemeinschaft verbinden. Eines dieser Merkmale ist ihre humanitäre Zivilisierungsmission, d.h. die Deutschen haben einen wesentlichen Beitrag zur Erschließung neuer Territorien und zur Festigung von Kontakten geleistet sowie einen positiven Einfluss auf die soziale und wirtschaftliche Entwicklung ihrer anderssprachigen Nachbarn ausgeübt.

Erste Ergebnisse der Erforschung des genannten Phänomens wurden im Rahmen der 12. internationalen Konferenz der Assoziation „Ethnische Deutsche Russlands: Das historische Phänomen eines „Volkes auf dem Weg“, die am 18.-20. September 2008 im Deutsch-Russischen Haus Moskau stattfand,  präsentiert und diskutiert.

Diese Konferenz war insofern bedeutsam, als eine große Gruppe von Professoren aus Deutschland daran teilgenommen hat, die gemeinsam mit ihren russischen Kollegen eine eigenständige Sektion bildeten, die sich mit dem Beitrag der Russlanddeutschen zur Erschließung des Fernen Ostens Russlands befasste.

Neu war auch, dass eine Forschergruppe von der Colorado State University (Fort Collins, Bundesstaat Colorado, USA) an der Konferenz teilgenommen hat. Die amerikanischen Forscher zeigten großes Interesse an der Zusammenarbeit mit der IAFGKRD im Bereich der gemeinsamen Erforschung des Phänomens des „Volkes auf dem Weg“. Eine solche Zusammenarbeit erscheint sehr wichtig, weil allein im Bundesstaat Colorado mehr als 50 000 Nachkommen der Russlanddeutschen aus dem Wolga-Gebiet und aus anderen Regionen des ehemaligen Russischen Imperiums leben. Nicht weniger leben in anderen Staaten des Mittleren Westens der USA.

Zurzeit wird an der Verbesserung der Beziehungen unserer Assoziation mit Forschern aus Kanada, Argentinien, Brasilien, Südafrika und Australien gearbeitet, es werden gemeinsame Projekte zur Erforschung der Geschichte und Kultur der dort lebenden Nachkommen der Russlanddeutschen diskutiert.

 

 

 


 

 

 

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